Das Herz des Wortes
Parabel

 

Er, der mir vorgeht, läßt mein Ohr nicht ruhn,
es muß viel mehr geschehen,
und wenn auch nicht vollkommen, doch zu tun

 

drängt er mein Herz, daß schluckend ohne Sehen
um einen Brocken stoßend bis vom Grund
aufhaucht ein Narbenquell wie Fischbrut in den Seen,

 

als springe mir das Wort auf überm Mund,
vollbracht von innen, hungerhauchgesättigt,
Köder untilgbar seelengleich vertraue, und —

 

ob mir die Bibel Unvollkommenes bestätigt,
nach einem Wort noch werf ich aus die Angelschnur,
nun Fischlein höre, wie dir Christus predigt:

 

Das Himmelreich ein Netz in Menschenflur
wie Meer, die guten Fische ins Gefäß, wie's Brauch,
die schlechten wirft man fort, wie menschlich er verfuhr —

 

Nun geh und wirf und sammle du dich auch!

 

(5./12.12.1917)