Gesichte des Knechts auf Golgatha
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So wie uns Wachende mit Schlaf bedrängt

Verlassenheit und uns ein dunkler Jammer

zusammenschmiedet in die gleiche Klammer,

in Grab und Gottverlies die Seele zwängt,

 

so schließt den reichen Ring die Erde, fängt

das Wort sich tonlos in des Grames Kammer,

doch dröhnend immer härter schlägt der Hammer,

nur du, nur du, du bist in dich verhängt.

 

Ich bin in Schlaf gefallen auf den Stufen

der Innenschau, die saugend Mark und Blut

mein Bein hilflos eingrub vor dem Altar,

 

wach auf, wach auf, die Morgenwinde rufen,

in Nacht der Seele taucht der Berg der Glut,

die Schöpfung wallt, aufsteigt die kleine Schar.